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Der Eingang zur Unterwelt liegt in Trinidad

 

Der Eingang zur Unterwelt liegt auf Trindad. Der Legende nach gab es im SĂŒdwesten der Insel in der NĂ€he des heutigen Ortes La Brea ein reiches Dorf von Chiman-Indianern, die fleißig im Landbau waren und wunderbare GĂ€rten anlegten. Ihr Dorf wuchs und die GĂ€rten wurden zu Obstplantagen, die auch scharenweise Vögel anlockten. Da die fleißigen Obstbauern aber nicht mit den Vögeln teilen wollten, fingen sie diese und aßen sie auf. Darunter waren auch die heiligen Kolibris und das erzĂŒrnte die Götter auf schĂ€rfste, so dass sich diese auf eine Strafe besannen. Eines Nachts, die Bewohner des Ortes lagen bereits alle im Bett, öffneten die Götter den Zugang zur Unterwelt und ließen das Dorf darin verschwinden. Dort wo frĂŒher die Ansiedlung war, entstand ein riesiger See aus Asphalt, der fortan den Eingang zur Unterwelt bedeckte.


So, alles nur Legende, SchauermÀrchen, also?
Na, das sollten Sie aber besser nicht behaupten, denn mit dem Asphalt aus diesem See werden heute noch zahlreiche Straßen in Deutschland geteert. Die Carl Ungewitter Trinidad Lake Asphalt GmbH & Co. KG aus Bremen hat damit zum Beispiel Teile der A 45 oder der A 42 bei Herne ausgebessert.


Doch was hat es tatsÀchlich mit dem Pitch Lake, dem Asphaltsee im Karibikstaat Trinidad und Tobago auf sich?
Er liegt tatsĂ€chlich im SĂŒdwesten der Hauptinsel Trinidad, in der NĂ€he von La Brea, was ĂŒbrigens „Teer“ heißt, ist etwa 40 ha groß und an manchen Stellen bis zu hundert Metern tief. Seit einer Zeit vor etwa 70 Millionen Jahren, dem sogenannten PliozĂ€n, wird Druck auf ein unterirdisches Ölvorkommen ausgeĂŒbt, so dass Erdpech, also Bitumen entsteht, dass dann wiederum aufsteigt und sich mit Mineralgestein vermengt. Es entsteht der sogenannte Trinidad – Naturasphalt und drĂ€ngt an der SĂŒdspitze der Insel als grĂ¶ĂŸtes natĂŒrliches Asphaltvorkommen der Erde an die OberflĂ€che. Man schĂ€tzt das Gesamtvolumen auf etwa 10 Millionen Tonnen, von denen tĂ€glich zwischen 150 und 300 Tonnen abgebaut werden und in den Export, zum Beispiel siehe oben, nach Deutschland gehen. Die Menge hĂ€lt angeblich fĂŒr mindestens 100 Jahre vor und wird kontinuierlich Devisen in den kleinen Karibikstaat spĂŒlen.


Entdeckt wurde der See ĂŒbrigens bereits im MĂ€rz des Jahres 1595 durch Sir Walter Raleigh, der mit dem Erdpech seine Schiffe abdichtete. Da die Inseln des öfteren den Besitzer wechselten, waren es im 17. Jahrhundert die Spanier, die eine Raffinerie am Ufer errichteten und begannen das Bitumen nach Europa zu exportieren. Die Nachfrage stieg mit dem Ausbau des europĂ€ischen Straßennetzes weiter und dauert bis heute an.
Der See hat heute aber nicht nur eine wirtschaftliche Bedeutung, sondern stellt auch eine nicht unerhebliche touristische Attraktion dar, die in etwa zwei Stunden Fahrzeit von Port of Spain leicht zu erreichen ist.

Sachen gibt es, die gibt es gar nicht, oder? In diesem Artikelverzeichnis finden sich ĂŒbrigens noch mehr MerkwĂŒrdigkeiten ;-)

Es hat sich sogar ein eigener Berufszweig gebildet, der La Brae Pitch Lake Tour Guide. Diese FĂŒhrer kann man direkt am See buchen und sie begleiten die Touristen und erklĂ€ren alle Besonderheiten. Die OberflĂ€che des Sees ist gewellt und erinnert an die Haut eines Elefanten. Der Asphalt ist hart genug, dass man darauf laufen kann, teilweise federt er angenehm nach und an manchen Stellen zieht man einige TeerfĂ€den nach sich. Aus der Mitte, „Mutter des Sees“ genannt, strömt jedoch unerlĂ€sslich flĂŒssiger Teer aus, dort sollte man dann tunlichst nicht spazieren gehen. Wem das Ganze zu unangenehm ist, der kann sich auch in eigens angelegte Schwefelkuhlen setzen und sich entsprechend bedampfen lassen. Wer den fauligen Eiergestank ĂŒbersteht, soll dafĂŒr mit hervorragender Haut belohnt werden.

 
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