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Inkarri - Trauma und Mythos der Inka


Inkarri oder Inkarrí ist der Mythos der Inka, der sich um die Prophezeiung des letzten Inka vor dessen Hinrichtung dreht. Es gibt unterschiedliche Versionen dieses Mythos, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen und heute in den quechuasprachigen Bevölkerungsteilen Perus und Boliviens noch stark verbreitet sind. Der heute gebräuchliche Name leitet sich aus dem Spanischen "Inca Rey" (Inkakönig) ab und wurde nur lautmalerisch an die Quechua-Sprache angepasst.

 

Eine Version des Mythos geht auf das Ende des Inka-Reiches zurück, eine andere hat seine Wurzeln lange vor den Conquistadoren.

 

Im Jahre 1533 wurde der große Inka-Häuptling Atawallpa nach der verlorenen Schlacht von Cajamarca auf Befehl Pizarros hingerichtet, genauso wie Túpac Amaru I. (auch später ein Aufständischer, der Túpac Amru II. genannt wurde), der letzte Inka-König. Die beiden Letztgenannten wurden gevierteilt und angeblich die Körperteile in unterschiedlichen Regionen begraben. Mal heißt es der Kopf liegt in Lima, der Rumpf in Cusco, mal ist der Inka aufgefahren nach Paytiti. Immer jedoch besagt der Mythos, dass diese Körperteile wieder zueinander finden und der Inka aufersteht, um die Ordnung im Lande wieder herzustellen.

 

In der weiteren, viel älteren Version des Mythos erscheint Inkarri als Gründer von Cusco, der berühmten Inka-Hauptstadt im Wettstreit mit einem Gegner. Das Volk der Qéro erzählt das Inkarri und Qollarri auf einem Andenpass aufeinandertreffen, der die Gebiete um Cusco und Puno trennt. Hier taucht erstmals der berühmte goldene Stab des Inkarri auf, den man schon aus dem Ursprungsmythos der Inka kennt, wonach die Ayar-Brüder aus dem Titikakasee auftauchten und das Reich der Inka begründeten. Nach dem Inkarri-Mythos wirf Qollarri seinen Stab in Richtung Titikakasee, an die Stelle wo er später Puno gründet und Inkarri wirft seinen Stab in die andere Richtung, wo er danach die Stadt Cusco gründet.

 

Der Mythos von Inkarri, dem Inka - König, wird seit Jahrhunderten in den indigenen Bevölkerungsteilen der südlichen Andenregion Perus wachgehalten und von Generation zu Generation weitergetragen, er gehört zum Selbstverständnis der Quechua-Gemeinden und war der Allgemeinbevölkerung, insbesondere den Nachfahren der weißen Einwanderer bis Mitte der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts völlig unbekannt.

 
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