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Ausgrabungsstätten in Peru

 

Betrachtet man die archäologische Tradition, sowie die geschichtliche Entwicklung Amerikas so unterscheiden diese sich von jenen der übrigen Welt. Die vielen Fundorte der jäger-und-Sammler-Gesellschaften - häufig über längere Zeiträume besiedelt - bezeugen den Übergang zur Landwirtschaft, während die späteren Reiche der Anden ein Straßen- und Städtenetz schufen, das sich bis zur Zeit der spanischen Kolonisation im 16. Jahrhundert erhielt. Da weite Teile Südamerikas relativ unzugänglich sind, bleibt archäologisch noch viel zu forschen.

 

Von allen südamerikanischen Ländern besitzt Peru den größten Reichtum an archäologischen Zeugnissen. Zwar wurde auch die frühe Domestikation von Tieren und Pflanzen erforscht, die in Peru bereits 8500 v. Chr. einsetzte, berühmt ist das Land jedoch für die Ruinen seiner Priesterfürsten und Stadtstaaten, die auf Bewässerungslandwirtschaft basierten.
Frühere Volksgruppen, wie die Moche oder Chimú, wurden im 15. Jahrhundert von den Inkas in den Schatten gestellt. Die Inka-Kultur beherrscht die archäologische Forschung.

 

 

Ausgrabungsstätten in Peru

Legende (Quelle: Atlas Archäologie - paletti-Verlag)
Archäologische Stätten in Peru
vor 10.000 v. Chr. Zahl
10.000-3.000 v. Chr Zahl
3.000-1.000 v. Chr. Zahl
1.000-0 v. Chr. Zahl
0-500 n. Chr. Zahl
500-1.000 n. Chr. Zahl
1.000-1.500 n. Chr. Zahl
1.500 bis heute Zahl

 

1. Sipán

Frühes 1. Jahrtausend n. Chr.

Ort: Lambayeque, Peru

Typus: Grabhügel

Eine Reihe verschwenderisch ausgestatteter Grabstätten. In den wichtigsten lagen der Fürst von Sipán, neben ihm vier weitere Gebeine und Keramik.

 

2. El Cumbemayo

3. Jahrhundert v. Chr.

Ort: Cajamarca, Peru

Typus: Kanal

Sehr kunstfertig hergestellter Wasserkanal, der lange vor den Inkas entstand. Seine Konstruktion ist so aufwändig, dass er wohl rituellen Zwecken diente.

 

3. Huacaloma

1.400 v. Chr. - frühes 1. Jahrtausend n. Chr.

Ort: Cajamarca, Peru

Typus: Siedlung des frühen Horizontes. Zu den ältesten Funden gehört eine zentrale Feuerstelle. Später entstanden sechs Plattformen auf einem Hügel. Seine Blüte erreichte der Ort in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt.

 

4. Pacatnamú

7. -  15. Jahrhundert n. Chr.

Ort: Jequetepeque-Tal, Peru

Typus: Siedlung mittleren Horizontes

Komplex aus mehr als 50 Pyramidenstümpfen mit Gügeln, Innenhöfen und Plazas. Der Ort wurde kurz vor dem Eintreffen der Inkas besiedelt.


5. Huaca Pietra

ca. 2300 v. Chr.

Ort: Chicama, Peru

Typus: bäuerliche Siedlung der vorkeramischen Zeit; man fand kunstvoll gewebte Baumwolltextilien mit Vögeln und anderen Darstellungen.

 

6. Chan chan

12. Jahrhundert n. Chr.

Ort: Trujillo, Peru

Typus: Hauptstadt der Chimú mit drei Stadtteilen; die Tempelpyramide Tschudi war der größte. Hier stehen auch zwei wichtige Huacas (Tempelbauten) - Huaca Esmeralda und Arco Iris


7. Alto Salavery

18. - 10. Jahrhundert v. Chr.

Ort: Moche-Tal, Peru

Typus: Frühe Siedlung, Ruinen von Wohngebäuden und religiösen Bauten in Verbindung mit einer vorkeramischen Kultur. Es gibt einen abgesenkten, zeremoniellen Raum - typisch für die Anfangsperiode, als in Südamerika erstmals Keramik hergestellt wurde.

 

8. Caballa Muerto

19. - 1. Jahrhundert v. Chr.

Ort: Moche-Tal, Peru

Typus: zeremonielles Zentrum, Hügel der Prä-Chavin-Kultur; besonders faszinierend ist der U-förmige vielgeschossige Huaca de los Reyes mit roten, gelben und weißen Reliefs.

 

9. Guitarrero-Höhle

8. Jahrtausend v. Chr.

Ort: Callejón de Huaylas, Peru

Typus: Abri; hier findet man die ältesten Überreste kultivierter Bohnen (10.000 Jahre alt). Vielleicht war die Höhle nur während der Regenzeit bewohnt.

 

10. Huaricoto

2. Jahrtausend v. Chr.

Ort: Callejón de Huaylas, Peru

Typus: zeremonielles Zentrum; kleiner künstlicher hügel, der über einen langen Zeitraum genutzt wurde; er besteht aus 13 Bauten mit rituellen Kammern und Feuerstellen.

 

11. La Galgada

Frühes 2. Jahrtausend v. Chr.

Ort: Peru

Typus: zeremonielles Zentrum; in den Tempelbaute fand man zentral liegende Feuergruben, in denen Reste von Chilisamen lagen. Sobald ein Tempel aufgefüllt war - manchmal durch eine Bestattung -, baute man den nächsten darüber.

 

12. Moxeke

9. Jahrhundert v. Chr.

Ort: Casma-Tal, Peru

Typus: zeremonielles Zentrum; terrasssierte Pyramidenplattform mit acht Terrassen. Die meisten Bauten waren mit Tonreliefs verziert.

 

13. Cerro Sechin

9. - 7. Jahrhundert v. Chr.

Ort: Ancash-Küste, Peru

Typus: zeremonielles Zentrum, Tempelplattformen, Wohnhäuser und Friedhöfe wurden ausgegraben. Auf dem zentralen Pyramidenstumpf stehen 90 Steinmonolithe, die Krieger und Trophäenköpfe darstellen.

 

14. Chavín de Huantar

9. - 3. Jahrhundert v. Chr.

Ort: Peru

Typus: zeremonielles Zentrum; zu seiner Blütezeit mit etwa 3.000 Priestern und Tempeldienern eines der größten religiösen Zentren der Erde. Der Südflügel des Haupttempels wird Castillo genannt; er besteht aus behauenen Steinen mit Wasserspeiern. Im Inneren steht die REliefstele "El Lanzón". Bei Ausgrabungen kam innerhalb des Tempels ein Kanalsystem zu Tage.

 

15. Kotosh

8. Jahrhundert v. Chr.

Ort: Peru

Typus: zeremonielles Zentrum; wichtiger religiöser Ort der Chavín-Kultur mit einigen Tempeln, darunter der Tempel der Gekreuzigten Hände.

 

16. Huanuco Pampa

15. - 16. Jahrhundert v. Chr.

Ort: Peru

Typus: Inkastadt; Verwaltungszentrum, erbaut um eine zentrale Plaza. Die Ausgrabungen von Häusern hochgestellter Persönlichkeiten weist auf eine sozial geschichtete Gesellschaft hin. Hunderte von Vorratsgebäuden überblickten die Stadt.

 

 

 

 

17. Lauricocha

8. - 5. Jahrtausend v. Chr.

Ort: Peru

Typus: stratifizierter Abri; die Höhle diente als jahreszeitlicher Unterschlupf; man fand Reste von Hirschen und einige Pfeilspitzen.

 

18. Aspero

ca. 2700 v. Chr.

Ort: Peru

Typus: frühe Siedlung; Zentrum mit sechs Plattformhügeln, der größte war der Huaca de Los Idolos, darin lag ein begrabenes, in Tüchern eingewickeltes Kind, unter anderem fand man 135 geschnitzte Holzstöcke, Zuckerrohr, Baumwolle, Pflanzen, Tonfiguren und Federn.

 

19. Chancay

11. - 15. Jahrhundert n. Chr.

Ort: Peru

Typus: Friedhof der Prä-Inka-Zeit, wegen der charakteristischen Keramik wichtige Grabstätte; die meist langgestreckten Gefäße zeichnen sich durch aufgemalte Gesichter auf den Hälsen und schwarzen, geometrischen Formen auf dem Bauch aus. Nahegelegene Gräber weisen auf eine sozial geschichtete Gesellschaft hin; später wurde der Ort von den Inka erobert.

 

20. Ancón

3000 v. Chr. - 1500 n. Chr.

Ort: Peru

Typus: frühe Siedlung, im Grabhügel fand man eine Reihe von Artefakten, darunter Keramik, Textilien und einen alten Bogen; später siedelten hier die Chimú und die Inkas

 

21. El Paraiso

Mitte 2. Jahrtausend v. Chr.

Ort: Chillón-Tal, Peru

Typus: zeremonielles Zentrum; wichtiges religiöses Zentrum der vorkeramischen Epoche mit U-förmigen Hügeln; die Ausgrabungen zeigten, dass die Bewohner in Subsistenzwirtschaft von Fischen und Pflanzen lebten

 

22. Huaca Puquiana

15. Jahrhundert n. Chr.

Ort: Lima, Peru

Typus: zeremonieller Hügel; ein riesiger, innen hohler Hügel der Prä-Inka-Epoche; manche Archäologen glauben, der Hohlraum sei froschförmig - als Symbol des Regengottes.

 

23. Garagay

18. - 10. Jahrhundert v. Chr.

Ort: nahe Lima, Peru

Typus: zeremonielles Zentrum; Stätte der Anfangsperiode, an der ein U-förmiger Tempel gefunden wurde; der Baustil entspricht einer lokalen Spielart der Chavin-Kunst

 

24. Telarmachay

7. - 4. Jahrtausend v. Chr.

Ort: Peru

Typus: Abri; Jahreszeitlich genutzter Unterschlupf mit Hinweise auf die Domestikation von Lamas; er markiert auch den Übergang von einer jagenden zu einer Hirtengesellschaft (um 3800 v. Chr.)

 

25. Tambo Colorado

15. Jahrhundert n. Chr.

Ort: Peru

Typus: Inkazentrum; Verwaltungszentrum und Depot an einer Straße mit einem hervorragend erhaltenen Adobebau (luftgetrocknete Ziegel), die mit Nischen versehenen Wände weisen noch rote Farbspuren auf

 

26. Pachacamac

7. - 15. Jahrhundert n. Chr.

Ort: Peru

Typus: zeremonielles Zentrum; die Siedlung wurde später von den Inka bewohnt; erhalten blieben u.a. der Mondtempel und das "Kloster der Sonnenjungfrauen"; man fand charakteristische Keramik und kleine Baumwollsäcke, die Pigmente, Schilf und menschliches Haar enthielten

 

27. Asia

3. Jahrtausend v. Chr.

Ort: Peru

Typus: vorkeramische Siedlung; eine frühe bäuerliche Siedlung; die Grabstätten weisen auf eine sozial geschichtete Gesellschaft hin; einige der Körper wiesen Trepanationen auf (in ihre Schädel hatte man Löcher gebohrt)

 

28. Cabezas Largas

4. Jahrtausend v. Chr.

Ort: Peru

Typus: früher Friedhof; man fand hier bis zu 60 Mumien in einem Grab, als Beigaben einige persönliche Gegenstände

 

29. Paracas

10. - 2. Jahrhundert v. Chr.

Ort: Peru

Typus: zeremonielles Zentrum; religiöses, von den Chavin beeinflusstes Zentrum; dank des Wüstenklimas erhielten sich hier einige empfindliche prähistorische Textilie; die Keramikmit geritzten geometrischen Mustern gilt als Vorläufer des Nazca-Stils.

 

30. Pacheco

7. - 10. Jahrhundert v. Chr.

Ort: Nazca-Tal, Peru

Typus: frühe Siedlung; die Stätte gehört der Huari-Kultur an - ein Reich des mittleren Horizontes; man fand eine Reihe von Bauten und in einer Grube vielfarbige (polychrome) Gefäße.

 

31. Cahuachi

3. - 5. Jahrhundert v. Chr.

Ort: Nazca-Tal, Peru

Typus: zeremonielles Zentrum; hier stand das wichtigste religiöse Zentrum der Nazca-Kultur mit 40 Hügeln aus Adobeziegeln und ausgedehnten Friedhöfen.

 

32. Nazca

200 v. Chr. - 600 n. Chr.

Ort: Nazca-Tal, Peru

Typus: Zentrum der Prä-Inka-Kultur; die Nazca-Kultur ist vor allem durch ihre mysteriösen Linien in der Wüste berühmt; sie zeigen in geometrischer Form abstrakte Kreaturen; auch die charakteristischen Formen der polychromen Keramik sind bemerkenswert.

 

33. Estaqueria

10. Jahrhundert n. Chr.

Ort: Nazca-Tal, Peru

Typus: Siedlung des mittleren Horizontes; die StTätte besteht aus einer großen rechteckigen Fläche mit zwölf Pfostenreihen, einem Adobekomplex und Friedhöfen

 

34. Conchopata

6. -7. Jahrhundert n. Chr.

Ort: Ayacucho, Peru

Typus: Friedhof des mittleren Horizontes; in Gräbern lag, als Opfergabe, Keramik der Huari (häufig zerschlagen); die Scherben gleichen der in Tiahuanaco gefundenen Töpferware

 

35. Wichquana

Spätes 4. Jahrtausend v. Chr.

Ort: Peru

Typus: bäuerliche Siedlung; sehr frühe dörfliche Siedlung mit Anzeichen für Subsistenzwirtschaft

 

36. Pachamachay-Höhle

11. - 1. Jahrhundert v. Chr.

Ort: Peru

Typus: Jäger und Sammler; ältester bekannter Siedlungsort in den Anden; um 1600 v. Chr. treten hier erstmals Hirten auf

 

37. Tres Cruces

6. Jahrhundert v. Chr.

Ort: Peru

Typus: zeremonielles Zentrum; eine berühmte Erdaufschüttung, die auch als Pilgerstätte diente; Keramikfunde der späten Nazca-Epoche

 

38. Machu Pichu

15. - 16. Jahrhundert n. Chr.

Ort: Peru

Typus: Inkazentrum; die eindrucksvollste Stätte der Inkas liegt auf einem unzugänglichen Bergrücken; zu den ein bemerkenswerten Bauwerken gehören der Tempel der drei Fenster, der königliche Palast un der "Ort, an dem die Sonne angebunden wird" (Intihuatana); nördlich der Hauptplaza liegen die Wohnhäuser und Felder

 

39. Cuzco

13. - 16. Jahrhundert n. Chr.

Ort: Peru

Typus: Inkazentrum; die Hauptstadt der Inka war zweigeteilt und wurde in Form eines Puma erbaut; im Zentrum lag eine U-förmige Plaza, die von Gebäuden aus sorgfältig behauenen und eng gefugten Steinen umstanden war

 

40. Pisac

15. Jahrhundert n. Chr.

Ort: Tal von Cuzco, Peru

Typus: Inkazentrum; auf einem anstehenden Felsen erbaute Siedlung mit einem Sonnentempel; große Teile der Fläche wurden noch nicht ausgegraben; mehrere Grabstätten in der Umgebung

 

41. Pikillacta

7. - 10. Jahrhundert n. Chr.

Ort: bei Cuzco, Peru

Typus: Huari-Zentrum; Verwaltungszentrum mit kleinen Gebäuden, die als Wohn- und Speicherhäuser gedeutet werden

 

42. Pucara

3. Jahrhundert v. Chr.

Ort: Peru

Typus: frühe Siedlung; monumentaler eingesenkter Hof und Gebäude mit Wänden aus Steinplatten; Funde von eingeritzter Paracas-Keramik; später wurde es ein Zentrum der Inkas

 

[43. Asana] (schräg links unter 42 auf der Karte)

8. Jahrtausend v. Chr.

Ort: Peru

Typus: vorkeramische Siedlung; es wurden runde und ovale Wohnhäuser ausgegraben; es gibt einen jüngeren religiösen Komplex mit zwei Strukturen, die als Altäre gedeutet werden können.

 
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