Urlaub in Guyana



Wer Urlaub in Guyana macht, kommt hauptsächlich wegen der Natur, denn noch etwa 80% des Landes sind mit ursprünglichem Regenwald bedeckt, damit eines von vier verbleibenden Ur-Regenwaldgebieten der Welt. Die Anderen befinden sich im Kongo, Papua Neuguinea und Amazonien.  
Guyana bedeutet in der Sprache der Indianer „Land des Wassers“ und es gibt tatsächlich eine Vielzahl an Flüssen und Bächen. Der Begriff beschränkt sich nicht auf das eigentliche Guyana, sondern wird auch für Surinam, als Niederländisch Guyana und Französisch Guyana gebraucht. Das Land ist der einzige Englischsprachige Staat in Südamerika und Heimat vieler gefährdeter Spezies mit einzigartigen überlebensfähigen Populationen.
Viele der Flüsse Guyanas gehören zum Amazonas Becken und speisen auch den großen Fluss. Touristisches „Wasser-Highlight“ ist der Kaieteur Wasserfall, mit 225 Metern Fallhöhe der höchste seiner Art auf der Erde, weil sein Wasser in einer einzigen Stufe herabfällt. Der Potaro-Fluss fällt hier am Eingang der gleichnamigen Schlucht äußerst eindrucksvoll über  eine Sandsteinklippe vom Hochland Guyanas auf Meeresniveau herab.

Im 17. und 18. Jahrhundert gab es auf dem Gebiet des heutigen Guyana nur die drei niederländischen Kolonien Essequibo, Berbice und Demerara. In der bewegten Vergangenheit des Landes gibt es zahlreiche Herrschaftswechsel zwischen Spanien, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien. Das Gerangel endet erst final mit der Unabhängigkeit von Großbritannien am 26. Mai 1966. Weitere vier Jahre später, nämlich am 23. Februar 1970, wurde die bis heute bestehende Repbulik Guyana gegründet. (Mehr zum Thema Urlaubsreisen allgemein unter Urlaubsreisen365 - das Reiseportal)
Was die Bevölkerung angeht, so gibt es kurioser Weise einen mehrheitlichen indischen Anteil. Dies liegt in der Kolonialgeschichte begründet, in deren Verlauf Arbeitskräfte aus Britisch-Indien, als Ersatz für Afro-Guyaner ins Land geholt wurden. Da der Großteil also ursprünglich aus Indien stammt, ist die Kultur Guyanas heute auch von indischen Traditionen und dem Hinduismus geprägt. Das Land, das zwischen Venezuela, Brasilien, Surinam und dem Atlantik liegt, ist übrigens einer der Mitgliedstaaten der Organisation der Islamischen Konferenz.

 

 

 

Georgetown

Die Hauptstadt von Guyana ist Georgtown. Sie ist außerdem die größte Stadt des Landes, hat auch den größten Hafen und liegt am Demerara Fluss. Sie wurde ursprünglich von Holländern angelegt, verfügt über ausladende Alleen und zahlreiche Kanäle, die sich kreuz und quer durch die Stadt ziehen. Die Innenstadt besteht hauptsächlich aus historischen Holzhäusern, deren Erbauung ins 18. und 19. Jahrhundert zurückreicht. Die Meisten haben noch die Demarara-Fensterläden und die mit Holz durchzogenen gotisch anmutenden Fenster. Das historische Rathaus in der Straße der Republik ist neben Victoria Law Courts auch ein Beispiel für die gotische Architektur und mit St. Georgs’s Cathedral hat Guyana eines der größten freistehenden Holzbauten der Welt in seinem Stadtzentrum stehen. Einen Weltrekord hat auch noch die Demerara Hafenbrücke zu bieten, sie ist die längste schwimmende Brücke der Welt.  

Ein Besuch in Georgtown sollte zum Zoo, in den botanischen Garten und zum Markt führen. Der berühmte Stabroek Markt bietet alles was das Herz begehrt, von Hauswaren, über Goldschmuck bis hin zu Fleisch und Gemüse, das täglich frisch über den Fluss herangebracht wird. Der Markt hat unter dem Begriff bizarrer Bazar eine gewisse Berühmtheit erlangt. Botanischer Garten und Zoo sind ein „Muss“ in Guyanas Hauptstadt, in dem einen gibt es die größte Sammlung tropischer Pflanzen in der Karibik und im anderen kann man die einheimische Fauna hautnah beobachten.

 

Iwokrama und Pakaraima Berge


Hauptsächlich um Tierbeobachtung geht es auch bei einem Besuch des Iwokrama International Centre, das sich mitten im Regenwaldgebiet um die Iwokrama- und Pakaraima-Berge befindet. Höhepunkte sind hier neben der Vogelbeobachtung, dem Birdwatching, auch nächtliche Bootsfahrten, um den schwarzen Caiman zu sehen. Das alles wird jedoch bei weitem in den Schatten gestellt durch die faszinierende Beobachtung von Jaguaren, die man stets bei Sonnenauf oder -untergang sehen kann. Diesen Anblick wird ein Guyana – Reisender niemals vergessen und ewig davon schwärmen. Tagsüber kann man übrigens auch Bootsausflüge unternehmen. So gibt es geführte Touren zu den Kurupukari Wasserfällen und man bekommt dort prähistorische Petroglyphen, also Felsritzungen, gezeigt.
Bei all den touristischen Aktivitäten darf man nicht vergessen, dass das Iwokrama Center, das im Herzen Guyanas liegt, sich dem Erhalt und der nachhaltigen Nutzung des Regenwalds verschrieben hat und das einzige lebende Laboratorium für diesen Zweck in der Welt ist. Es steht Forschern aus der ganzen Welt offen, die mithelfen wollen ein Gebiet von etwa 360.000 ha zu erhalten und sinnvoll zu nutzen.
In diesem Zusammenhang wurde auch eine einmalige Brücken- und Plattformlandschaft in die mittleren bis hohen Regionen des tropischen Regenwaldes gebaut, die stark an deutsche Seilgärten erinnern, die sich dort immer größerer Beliebtheit erfreuen. Von der Konstruktion aus können Besucher einen einmaligen Einblick in Flora und Fauna des Guyanischen Regenwaldes erlangen. Außerdem ist der Spaziergang in luftiger Höhe ein tolles Erlebnis.

Surama


Auf der anderen Seite des Burro Burro Flusses liegt die Dorfgemeinschaft von Surama. Seine Einwohner gehören hauptsächlich dem Makushi – Stamm an und haben sich viele der ursprünglichen Sitten und Gebräuche bewahrt. Es gibt Übernachtungsmöglichkeiten für Touristen und wenn jemand etwas von Ökotourismus versteht, dann sind es die einheimischen Führer, die den Urlaubern behutsam ihre Heimat näher bringen und mit ihrem einmaligen Verständnis von Natur und Umwelt großartige Lehrer sein können. Mit den traditionellen Kanus kann man auf Flussfahrten unter anderem die großen Flussotter, verschiedene Affenarten, Tiras und Tapire sehen und in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. Die abgeschiedene Lage mitten im Guyanischen Regenwald unterstützt die Möglichkeiten abzuschalten und sich ganz der Natur hinzugeben. Besonders glücklich können sich die Besucher schätzen, die Harphyien zu Gesicht bekommen, die manchmal in der Nähe des Dorfes brühten und den Beinamen "Wölfe der Lüfte" tragen. Die Einheimischen machen auf jeden Fall alles möglich, dass man soviel Natur wie gewünscht zu sehen bekommt, auch Wanderungen auf den Surama Berg werden dabei angeboten.

Kehrt man aus dem Regenwald zurück nach Georgetown hat wohl jeder Besucher ein neues Verständnis für Umwelt und Natur gewonnen und man betrachtet den Erhalt des Regenwaldes mit anderen Augen!

 
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