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Die bolivianische Seidenstraße Drucken E-Mail

 

Anfang des Jahres 2002 gaben amerikanische Archäologen der University of California in Los Angeles die Erkenntnisse zu ihren Ausgrabungen im Hochland von Bolivien bekannt. Demnach gab es, vergleichbar mit der Seidenstraße im Vorderen Orient, eine Handelsroute von nahezu 300 Kilometer Länge die über 4000 Jahre alt ist und sogar heute noch genutzt wird.

Auf dieser Handelsstraße transportierten schon die Vorfahren der Inka Gold, Pelze, Kräutertinkturen, Federn und Honig. Sie führte von Pucara in Bolivien durch das Altiplano um den Titikakasee. So wie die echte Seidenstraße den Gütertransfer zwischen China, der arabischen Welt und Europa vorantrieb und an seinen Knotenpunkten für Reichtum und Wohlstand sorgte, dürfte auch die „bolivianische Seidenstraße“ die zuvor als Nomaden lebenden Völker zur Sesshaftigkeit bewogen haben, so die Vermutung der Forscher um Prof. Charles Stanish. Dies bildete die Voraussetzung für die Entstehung späterer Hochkulturen. Entdeckt wurden mehrere hundert Siedlungen entlang des Handelsweges, die zweifelsfrei aus der Vor-Inka-Zeit stammen. Zahlreiche Tempel dienten der Götterverehrung. Gefundene Tonscherben und die Baustile dieser Tempel weisen auf einen regen Austausch unter den einzelnen Siedlungen hin.

Dass es erst jetzt zur Entdeckung dieser „Seidenstraße in den Anden“ kam, lag laut den Forschern einerseits an dem unwegsamen und schlecht zugänglichen Gebiet, andererseits wurde die Region lange Zeit von der Revolutionsgruppe „Leuchtender Pfad“ terrorisiert. Dennoch nutzen die Einheimischen den Handelsweg noch heute für den Transport ihrer Güter.

 
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